Marburg 2015

WORKSHOP: CURRENT RESEARCH ON POST-SOCIALIST CITIES IN EAST CENTRAL EUROPE: TRANSFORMATIONS OF PUBLIC URBAN SPACES AFTER 1989 – AGENTS, PRACTICES AND STRATEGIES”
Herder Institute for Historical Research on East Central Europe
Marburg, 3-4 March 2015

Am 26. April 2011 hatte die Budapester Stadtverordnetenversammlung die Änderungsvorschläge von Oberbürgermeister István Tarlós über die Umbenennung von 256 Plätzen und Straßen angenommen. Dabei handelte es sich bereits um die dritte große Umbenennungswelle seit 1989. Ein vergleichbarer Umgang mit dem öffentlichen Raum lässt sich auch in anderen ehemaligen sozialistischen Hauptstädten beobachten. Diese mit den Erinnerungspolitiken verbundene Praxis der Umbenennung ist aber nur eine Erscheinung von vielen, die diese Städte und ihre öffentlichen Räume nach 1989 charakterisieren. 1989 bedeutete eine neue Phase in der Stadt- und Regionalentwicklung, deren wohl wichtigstes Merkmal der aufgrund der Einführung der Marktwirtschaft zu schnell ablaufende Differenzierungsprozess ist. Diese Ausdifferenzierung eines früher zentralisierten Stadtentwicklungsmodells zeigt sich auf allen Ebenen des Städtischen, von der Bevölkerung bis hin zur Architektur. Diese Änderungen und Prozesse lassen sich unter anderem im Umgang mit dem öffentlichen urbanen Raum registrieren: Es sind einerseits neue Formen der urbanen Interventionen dank Internet und Globalisierung in die postsozialistischen öffentlichen Räume eingedrungen (wie Flash Mobs, Critical Mass, Graffitis etc.), die, mit zivilgesellschaftlichen Aktivitäten vernetzt, oft auf einen neuen Deutungsanspruch des urbanen öffentlichen Raums hinweisen. Andererseits werden die Kontrolle des urbanen öffentlichen Raumes und die mit der Kontrolle verbundenen Sanktionen oft noch vom sozialistisch „geschulten“ Verständnis von Ordnung abgeleitet.

In diesem Kontext stellt der Workshop die folgenden Fragen: Wie entwickelte sich das Verständnis des urbanen öffentlicher Raums in den postsozialistischen Städten? Ist tatsächlich der urbane öffentliche Raum in den postsozialistischen Städten mit jener Öffentlichkeit gleichzusetzen, die in den westeuropäischen Städten zu beobachten ist? Wie veränderte sich der öffentliche Raum der sozialistischen Städte überhaupt, der vor 1989 einen Raum für „inszenierte Öffentlichkeit“ (BERNHARDT:2010) bot? Auf welchen Ebenen und in welchen Formen und Formaten lässt sich der Transformationsprozess der ehemaligen sozialistischen Länder in dem urbanen öffentlichen Raum festhalten und erfassen? Gibt es Ähnlichkeiten in den Änderungsabläufen? Sind lokalspezifische, „nationale“ Alleinstellungsmerkmale dieses Prozesses festzustellen?

Tuesday, 3 March 2015
17- 18.30 Registration at Hotel (tba)
18.30 Conference Dinner at Restaurant in Marburg

Wednesday, 4 March 2015
9.30 – 9.45: Welcome

Panel I. Transformation and Landscape
Chair: Eszter Gantner (Marburg)
9.45 – 10.15 Judit Bodnár (Budapest): Input Lecture: Moscow Square Reloaded: Transformation in and of Public Space
10.15 – 10.45 Discussion
10.45 – 11.00 Coffe Break
11.00 – 11.20 Juli Székely (Budapest): From Heroes’ Squares to the “Place of Heroes”. The renewed memorial landscape of Budapest
11.20 – 11.40 Tatjana Hofmann (Zürich): Erzählungen des Urbanen. Literatur als Medium städtischer Transformation
11.40 – 12.00 Discussion

12.00 – 12.30 Werkstatt-Bericht
Chair: Christian Lotz (Marburg)
Thomas Klemm (Leipzig): Repräsentationsarchitektur im postsozialistischen Europa – Werkstattbericht zu einem Projekt mit wissenschaftlichen und künstlerischen Zugängen

12.30 – 13.30 Lunch

Panel II. The Heritage of Transformation
Chair: Ayse Nur Erek (Istanbul)
13.30 – 14.00 Thomas Bohn (Gießen): Input Lecture: Das Erbe der sozialistischen Stadt. Paradigmenwechsel der Urbanisierung im östlichen Europa
14.00 – 14.30 Discussion
14.30 – 14.50 Regina Bittner (Dessau): Beyond the European piazza: Public scenes in central European cities
14.50 – 15.10 Natalia Samutina/Oksana Zaporozhets (Moscow): Parks as reinvented public arenas in Post-Socialist cities: the case of Tsaritsyno Moscow
15.10 – 15.30 Discussion

15.30 – 15.50 Coffee Break

Panel III. Public Space and Intervention
Chair: Ina Alber (Marburg/ Göttingen)
15.50 – 16.10 Oleg Pachenkov (St. Petersburg): What’s wrong with public space in post-socialist cities?
16.10 – 16.30 Lilia Voronkova (St. Petersburg): Don’t step on the grass! Life in public spaces: between business and state (The сase of St. Petersburg)
16.30 – 17.15 Closing Discussion and Summary

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